Was 2022 bringt: Kurz-Videos im Online-Marketing

Die ganze Welt filmt sich selbst und schaut sich selbst an: Schon seit Jahren ist Bewegtbild das Nummer-1-Medium für komplexe, nicht ganz so komplexe und ultra-komplexe Inhalte. Dank TikTok, Instagram Reels und Stories, YouTube Shorts und vielen vergleichbaren Apps und Formaten wird dabei allerdings die Aufmerksamkeitsspanne systematisch kleiner gemacht. Ergebnis: Schnellvermittlung per Video ist einer der am stärksten wahrnehmbaren Marketing-Trends für das nächste Jahr.

We love to entertain… ourselves.

YouTube hatte vor einigen Jahrzehnten die Welt der Online-Kommunikation revolutioniert: Millionen von Menschen wurden zu Quasi-TV-Produzenten, manche von ihnen gehören heute zu den einflussreichsten Meinungsbildnern, Werbefiguren und auch politischen Stichwortgebern. Von Sexualaufklärung über Business-Coaching, von Heimwerker-Tutorials über Comedy-Entertainment: Die genaue Anzahl von Formaten, Medien, Einzelvideos ist nicht mehr vernünftig ermittelbar, denn sekündlich werden neue Inhalte eingespielt.

10, 9, 8, 7, … Videos werden kürzer.

Obwohl YouTube dabei über Jahre das Einspielen von Videos mit mehr als zehn Minuten Länge systematisch belohnt hat, haben sich nach und nach Apps und Messenger durchgesetzt, die komprimierte Video-Inhalte mit kurzer Lebensdauer im Mittelpunkt hatten: zu erwähnen sind musical.ly, Vine, Periscope, TikTok. Diese Apps hatten zwar eine kurze Lebensdauer, aber die darin entwickelten Formate wurden bei Facebook, YouTube, Twitter, TikTok und Instagram systematisiert und als Erfolgsrezept weiterentwickelt. Das Ergebnis: Die Welt sehnt sich nach 10- bis 60-Sekunden-Formaten, in denen ruck-zuck, unterhaltsam und hochdynamisch informiert, bespaßt und begeistert wird.

Educate yourself.

Was heißt das für Online-Marketer? Wer sich heute digital in Szene setzen möchte, kommt um knackige, oftmals hochformatige, aus dem Leben gegriffene, jedenfalls authentische und begeisternde Inhalte kaum rum. Unternehmen und Einzelpersonen müssen lernen, sich selbst als Influencer ihrer eigenen Marken zu begreifen und entsprechend zu verhalten. Was früher professionellen Schauspielern, Entertainern, Celebrities vorbehalten war, kann hypothetisch am Frühstückstisch jedes Einzelnen beginnen. Wichtig dabei: Man sollte selbst zum Konsumenten von Reels, Stories, Shorts, Clips werden und sich mit den Funktionen, Effekten, Bearbeitungstools, Streaming-Optionen vertraut machen. Ähnlich wie bei Meme-Kultur, hat die Audience ein scharfes Gespür dafür, wer die Medien beherrscht und wer nicht.

Kürze braucht Zeit.

Ebenfalls wichtig: Wie auch im klassischen Social-Media-Marketing ist Geduld gefragt — und nachhaltige Kreativität. Der Aufbau von Followern ist durch die dynamischen und kurzlebigen Inhalte nicht leichter geworden, mehr noch: Viele von ihnen verschwinden nach 24 Stunden und bleiben nicht mal als Archiv-Material erhalten. Das Internet will Hingabe von uns, so wie wir Hingabe von ihm wollen.

Sogar der Desktop wird mobil.

Übrigens: Auch wenn der Mobil-Traffic natürlich immer noch die dominanteste Umgebung für Online-Videografie ist — selbst Desktop-Rechner werden mittlerweile teilweise mit einer sogenannten Pivot-Funktion ausgestattet, können also ohne großen Aufwand ins Hochformat geschwenkt werden. Es kann also sein, dass ein Teil des weltweiten Video-Datenverkehrs zukünftig auch wieder in Fernsehgröße abgefragt wird.

Know your base.

Weitere wichtige Aspekte: Das Thema User Generated Content bleibt in den kurzen Bewegtbild-Trends präsent wie eh und je. Die Königsklasse des Marketings besteht also auch in den nächsten Jahren darin, die eigene Crowd zum Einstellen von marken- oder produktbezogenen Inhalten zu motivieren. Das ist eine Win-/Win-Situation: Im gleichen Maße wie Marketer aus den Inhalten der User Insights über Zielgruppen generieren, frequentieren erfolgreiche Unternehmen die Interaktion der User mit Educational-Content, Behind-the-brand-Inhalten und — hoffentlich — geistreichen oder wenigstens unterhaltsamen Memes.

Im Endeffekt effektiv.

Was ist das Take-away? Technik lernen. Vertrauen bilden. Trends verfolgen. Mitbewerber beobachten. Social Listening. Agenturen, Unternehmen, Personal Brands müssen die Marktstimmung im Bereich der Kurzvideos verstehen und entsprechend ihrer Zielgruppen und der Marktsituation anwenden. Der Vorteil für uns alle: Wir müssen vielleicht in Zukunft nicht mehr fünf Minuten auf eine Antwort warten, die der Titel eines Videos zu geben verspricht.

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